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Gedanken eines Fotolaborbetreibers über 5-Cent-Fotos
von fotospeed, geschrieben am 23.02.2008 10:47:
Liebe Leute, ich lese und staune! Ich denke es ist an der Zeit hier auch mal die Gedanken eines Fotolaborbetreibers abzudrucken. Zum Einstieg einmal eine kleine Rechenaufgabe:

Was kostet ein Foto im Format 9x12 cm wirklich in der Herstellung:

1. Das Verbrauchsmaterial kostet zwischen 3 und 3,5 Cent (netto)
# Fotopapier
# Fotochemie + Filter
# Altchemieentsorgung
# Strom

2. Ein Laserausbelichter besserer Qualität (Noritsu oder Fuji) kostet ca. 80.000 Euro und hält ca. 4 Millionen Fotos. Das sind dann umgerechnet 2 Cent pro Foto.

Das sind dann in der Summe 5-5,5 Cent (netto) pro Bild.
Wenn Sie billigstes Papier, billigste Chemie und billigste (=schlechte) Geräte verwenden, kostet ein Foto immer noch 3,5 Cent (netto) pro Stück in der Produktion. Also 4,4 Cent inkl. Steuer (brutto)

Dazu kommen aber noch viele andere Kosten wie z.B.:
# Personalkosten
# Miete
# Heizung
# Versicherungen
# Gewerbesteuer
# Buchhaltung
# EDV
# Serververwaltung/Programmierung
# Wartung/Ersatzteile
# Verpackungsmaterial

Wenn Sie also nun ein Foto billigster Qualität für 5 Cent (brutto) pro Stück kaufen, dann bleibt dem Fotolabor maximal 1 Cent pro Foto um diese Zusatzkosten abzudecken.

Wohlgemerkt, wir reden hier immer noch von den Produktionskosten - nicht von einem möglichen Gewinn!

Nun fragen Sie sich sicher, wovon leben dann die Fotolabore die Fotos für 5 Cent verkaufen?
Die Frage ist ganz einfach beantwortet: Der Gewinn ergibt sich nur durch die Versandkosten (daher haben manche Fotolabor auch die Bestellmenge zahlenmäßig limitiert, damit die Porto- und Verpackungskosten kosten nicht zu hoch werden.

Und nun lese ich, dass sich dutzende verärgerter Kunden über diese Fotolabore beschweren; schlechte Bildqualität, die Service-Hotline ist nicht besetzt, Emails werden nicht beantwortet etc.
Auch hier gibt es wieder eine ganz einfache Erklärung dafür: jedes Email das beantwortet wird und jeder Telefonhörer der abgenommen wird, kostet mehr Geld als der Auftrag an „Gewinn“ bringt.
Ehrlich gesagt verstehe ich auch nicht die Aufregung dieser Kunden. Sie haben doch genau das bekommen was sie bestellt haben. Das billigste Produkt.

Ulrich Schnarr, Inhaber der Firma <a href='www.fotospeed.at'>www.fotospeed.at</a>
Billigfotos & Poster
von luposworld, geschrieben am 01.11.2008 16:15:
Ich kann mich dem Gedanken nur anschließen.
Denn gleiches gilt auch für hochwertigen Posterdruck.
Auch hier ist die Abbildungsqualität vom Papier, der Qualität und dem Farbraum der eingesetzten Drucker und Know How der Produktion abhängig.
Ein Druck auf ständig kalibrierten Maschinen mit 8 Farben z.B. pigmentierten Ultrachrome Originaltinten auf Qualitätspapier der 250g/qm Klasse wie z.B. Ilford bringt die Qualität, die gute Aufnahmen verdienen würden. Man sieht dies besonders anschaulich in den Tonwertbereichen 2-15% bzw. 80 bis 98%. Wer hier nur 100% schwarze Soße oder weiße Flecken hat weil er billigst einkaufen will bekommt genau die Qualität, die er bezahlt und darf sich nicht beschweren.

Its never to late to have a happy childhood
Markus Wolfram - Posterbooster.com